Feuer im Hals

Der Vierjährige schult sein Denken manchmal mit simplen Beobachtungen am erwachsenen Gegenüber wie „Deine Nase hat Löcher“ oder „In deinem Kopf ist auch ein Gehörn“. Komplizierter wird es dann schon, wenn der Sohnemann aus dem Vorhandensein der Speiseröhre folgert, in seinem Hals befinde sich ein Rohr. Und warum Menschen und Tiere einen Darm haben müssen, ist ihm auch nach einem Besuch im Museum Koenig noch nicht ganz klar. Da gibt es sicherlich noch Gesprächsbedarf.
Kleine Hausmitbewohner sind häufig auch große Denker, die das Herz auf der Zunge tragen. Gerade an anatomischen und medizinischen Fragen ist der Vierjährige derzeit stark interessiert, was daran liegen kann, dass ständig irgendwer hustet, niest oder wegen anderer Krankheiten zum Arzt muss.
Als ich neulich öfter und tiefer hustete als üblich, diagnostizierte der Jüngste mit aller medizinisch gebotenen Härte: „Papa, du musst bald sterben.“ Da der Patient zwei Tage später immer noch lebte, revidierte der Nachwuchsmediziner gottlob seine erste Diagnose: „Du hast Feuer im Hals. Deswegen hustest du. Und du musst das Feuer raushusten.“ Wie ein großer Feuerdrache.

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