Klar machen zum Entern!

Gerade in den Wintermonaten können manche Sonntagnachmittage noch länger werden, als sie es eigentlich sind. Denn was soll man mit den lieben Kleinen noch spielen? Schon wieder Kneten, Playmobil, Lego, Blinde Kuh und Fische-Angeln? Langweilig! Auf dem Spielplatz ist es zu kalt, auf der Waldau waren wir schon heute Morgen. Was also tun? Auf zum Indoorspielplatz in Buschdorf!

Das „Piratenland“ an der Otto-Hahn-Straße bietet 2.000 überdachte Quadratmeter Spielfläche. Also: Schuhe aus, und los geht’s. Doch der Sohn (2) ist an diesem Nachmittag äußerst zurückhaltend und schüchtern. Verständlich: Denn der Lärmpegel in der Halle ist unheimlich hoch, überall wuseln vor allem größere Kinder herum, testen die zahllosen Fahrzeuge, erklimmen das große Kletterpiratenschiff, bevölkern Hüpfburgen und die Elektro-Kartbahn.

Die Eltern der großen, schon allein spielenden Kinder haben es im bestuhlten Wartebereich sehr gut: Ein Paar schaut die jüngsten Urlaubsbilder auf dem Smartphone, eine Mutter liest ungestört in einer Wochenzeitung, ein Vater mit Kopfhörern tippt konzentriert in sein Netbook.

Nach ein paar Minuten legt der Sohn seine Scheu ab und entert das Kletterpiratenschiff. Das besteht aus gesicherten Würfelbausteinen, in die man hinein und nach oben klettern kann. Für einen laufenden Meter ein Kinderspiel, für den 1,95-Meter-Vater eine echte Herausforderung. Das erinnert an die Grundausbildung bei der Bundeswehr: kriechen, krabbeln, rutschen, robben, klettern. Der Schlangenmensch wider Willen zwängt sich um enge Ecken, unter niedrigen Decken und durch dünn durchmessene Löcher. Am Ende kommt die große Tunnelrutsche, die mit ordentlich Geschwindigkeit wieder in die Hauptspielzone führt.

Ein paar Jungs durchforsten derweil das Bällebad im Erdgeschoss nach Brauchbarem. Einer der Grundschüler berichtet, dass er schon ein Feuerzeug, ein Handy und einen Schlüssel an der Kasse abgegeben hat. Als Finderlohn freuen sich die Jungs über verstreute 50-Cent-Münzen. Tipp für Eltern: Wer seinen Kleinen nachklettert, sollte vorher die Taschen leeren oder Hosen mit Reißverschluss tragen.

Auf den Bierzeltgarnituren nahe den Trampolinen stehen die Reste eines Kindergeburtstags: ein halber Kuchen, Geschirr, Salzstangen, Deko. Wer möchte, kann im Piratenland sogar eine eigene Kajüte für private Feiern mit Indoorhallen-Anschluss mieten.

Der Sohn steht derweil staunend vor dem Hüpfburg-Krokodil, das regelmäßig sein großes Maul öffnet, Kinder aufnimmt, das Maul schließt und anschließend seine Opfer lebend wieder ausspuckt. Ganz schön wild. Zum Glück überwacht ein Mitarbeiter des Piratenlands das Treiben auf dem Krokodil.

Für die Elektro-Kartbahn ist unser Zweijähriger noch zu klein, aber die Riesenrutsche könnte was für ihn sein. Langsam arbeitet er sich nach oben, schaut in die Tiefe und zaudert. „Papa auch mit!“, bestimmt er. Also geht’s gemeinsam den Gummihang hinunter. Und wie hat’s dir gefallen? „Noch mal! Noch mal! Noch mal!“

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