Kinder mit Courage

Im Alltag mit Kindern stellt sich die Frage immer wieder: Wollen wir angepasste, unauffällige, brave Befehlsempfänger, die immer sofort spuren? Oder wollen wir selbstbewusste kleine Persönlichkeiten, die erst einmal widersprechen und sich mutig durchs Leben argumentieren? Die Antwort dürfte klar sein…

Anstrengender ist dieser Weg natürlich auch. Zum Beispiel wenn der entnervte Vater jammert: „Wir müssen immer sofort springen, aber ihr trödelt rum.“ Und die Tochter trocken erwidert: „Und ihr sagt immer ,Aufräumen! Aufräumen’, auch wenn wir noch gar nicht fertig sind mit Spielen.“ Dann fragt sich der Vater laut: „Warum muss ich mich eigentlich jeden Morgen aufregen?“ Und die Tochter erwidert: „Verstehe ich auch nicht.“

Die Geister, die ich rief, können sich natürlich auch gegen die ungerechte Welt da draußen richten. So übernahmen wir großherzig im Frühsommer eine Baumpatenschaft für ein Stück Brachland vor dem Haus und streuten Blumensamen aus. Dann kamen Grünarbeiter, gruben um und pflanzten neu. Woraufhin die entsetzten Kinder die Immergrüns wieder ausrissen – mit der Begründung: „Hier haben wir doch gepflanzt!“

Mit Entrüstung nahmen die lieben Kleinen jetzt auch die motorisierten Werbewände wahr, die kürzlich pausenlos durch die Stadt fuhren und verkündeten, Bonn sei die Hauptstadt der Einbrecher. „So ein Quatsch!“, meinte die Tochter. „Und dann verschmutzen die auch noch sinnlos die Umwelt!“ Gerecht ist eben nicht immer, was rechtens erscheint.

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