Von Weltraumkatzen und Muskeltieren

Schöne neue Kinderbücher mit tierischen Helden und cleveren Schulmädchen aus Skandinavien

Kinderbuchsammler

Guter Lesestoff für Kinder.

Dominic Walliman: Professor Astrokatz. Der NordSüd-Verlag ist bekannt für seine opulenten Kinderbücher, aber dieses Buch sprengt tatsächlich alle Grenzen. 29 mal 29 Zentimeter groß ist der Weltraumreiseführer mit dem cleveren Professor Astrokatz. Und das ist gerade genug für ein ganzes Universum, das vorgestellt werden will. Dr. Dominic Walliman macht das sehr kind- und jugendgerecht, und Ben Newman illustriert die Reise des erklärenden Weltraumkaters durch unser Sonnensystem. Geeignet für ältere Grundschüler und bis zum Erwachsenenalter. (NordSüd-Verlag, 72 Seiten, 19,99 Euro)

Ingo Siegner: Der kleine Drache Kokosnuss und die Reise zum Nordpol. Feuerdrache Kokosnuss, Fressdrache Oskar und Stachelschwein Matilda gewinnen die Herzen von Kindergartenkindern im Sturm. Das gelingt Autor Ingo Siegner auch mit dem Abenteuer am Nordpol. Die drei Freunde retten den Eisbären Björn, bringen ihn zurück nach Hause und stellen sich zum Kampf mit zwei frechen Übelbären. Unerreicht komisch und bei Kindern äußerst beliebt: der heitere Dialog unserer drei Freunde über das Pupsen. (cbj, 80 Seiten, 7,99 Euro)

Michael Bond: Geschichten von Paddington/Paddington hilft, wo er kann. Das Schöne ist: Richtig gute Kinderbuchliteratur kann einfach nicht schlecht werden. Zum Start des Kinofilms „Paddington“ legt der Beltz-Verlag uns in seiner Gulliver-Reihe die alten Abenteuer des lustigen Bären ans Herz. Je zwei Bände der erfolgreichen Klassiker aus den 1950er Jahren sind in einem Taschenbuch vereint. Die Bilder von Peggy Fortnum dürfen natürlich auch nicht fehlen bei der Rückkehr des liebenswerten Bären in die Kinderzimmer. (Beltz & Gelberg, 288/272 Seiten, je 8,95 Euro)

Timo Parvela: Ella in der Schule. Der finnische Schriftsteller Timo Parvela, Jahrgang 1964, hat in Ella eine liebenswerte Heldin in die Welt der Erstleser und Grundschüler gesetzt, deren Abenteuer ab sofort reihenweise verschlungen werden. Zum Beispiel „Ella in der Schule“. Der Finne ist nah dran an der Lebenswirklichkeit seiner Leser und schildert humorvoll die lustige Geschichte um einen geheimnisvollen Erpresserbrief. Erfrischende Dialoge und ein witziger Grundton tragen dazu bei, dass junge Leserinnen abends länger schmökern, als es Papa und Mama lieb sein kann. Eigentlich! (dtv, 144 Seiten, 6,95 Euro)

Ute Krause: Die Muskeltiere. Das Abenteuer beginnt auf der Terrasse einer noblen Hamburger Dachwohnung. Der Hamster Bertram von Backenbart wundert sich nicht wenig, als plötzlich zwei Mäuse und eine Ratte in sein Leben platzen. Picandou C. Saint-Albray, Pommes de Terre und Gruyère nehmen den gemütlichen Bertram mit auf ein tierisches Abenteuer. Gruyère hat nämlich sein Gedächtnis verloren und sucht seine Familie. Die Muskeltiere helfen mit unkonventionellen Methoden. Ein aufregender Lesespaß von Ute Krause, Empfehlung für Kinder ab acht Jahren. (cbj, 208 Seiten, 14,99 Euro)

Erhard Dietl: Die Olchis. Safari bei den Berggorillas. In Nullkommanix ziehen die grünen, stinkenden Olchis alle Grundschüler in ihren Bann. Das ist wenig verwunderlich, weil die Olchis auf einem Müllberg wohnen, Schlammbäder nehmen und Matschknödel schleudern, sich nie waschen und Unmengen ekligen Abfall verputzen. Diesmal reisen die Helden von Erhard Dietl, Jahrgang 1953, in den Dschungel, um ihre verschollene Freundin, die Tierforscherin Gerda Grünspecht, wiederzufinden. Doch die Sache wird gefährlicher als gedacht, weil auch der dubiose Mister Trash sich sehr für Gerda und ihre Arbeit mit den bedrohten Gorillas interessiert. Wer die Olchis kennt, weiß aber, dass die Geschichte glücklich in Schmuddelfing endet. (Oetinger, 160 Seiten, 12,99 Euro)

David McKee: Sechs Männer. Obwohl es in diesem Bilderbuch um den Krieg geht, kam es bei unseren sensiblen Erstlesern sehr gut an. Weil darin ebenso verständlich wie sachlich erklärt wird, wie Krieg entstehen kann. Sechs Männer ziehen aus – ursprünglich, um ein friedliches Leben zu führen. Doch Angst und Misstrauen gegenüber ihren Nachbarn begründen ein fatales Wettrüsten, dass schließlich in Kampf, Krieg und Katastrophe mündet. Ein ebenso lehrreiches wie episch schön gezeichnetes Buch. (NordSüd-Verlag, 48 Seiten, 13,99 Euro)

Heidi Linde: Glatt gelogen – Der gemeinste Lehrer der Welt. Pym Petterson ist exakt elf Jahre und 47 Tage alt, als die Geschichte beginnt. In der „Glatt gelogen“-Reihe der Norwegerin Heidi Linde, Jahrgang 1973, geht es diesmal um den vermeintlich gemeinsten Lehrer der Welt, der unvermittelt in das Leben der Klasse 6B hereinbricht – und rumbrüllt. Björn „Beißer“ Bellmann ist für Pym das Oberallerschrecklichste auf der absolut ganzen Welt – noch schlimmer als Mörder, Kannibalen und blutrünstige Vampire. Ob es Pym und ihren Freunde gelingt, den Beißer zu bändigen? Bestimmt! (Dressler, 224 Seiten, 12,99 Euro)

Rashin: Der Kaufmann und der Papagei. Die Illustratorin Rashin Kheiriyeh, Jahrgang 1979, illustriert ein wunderschönes Märchen des persischen Dichters Rumi. Dieses zeitlos schöne Bilderbuch um den reichen Kaufmann und seinen Papagei veranschaulicht auf ergreifende Weise, warum Vögel freie Geschöpfe sind – und wir sie schön fliegen lassen sollten. (NordSüd-Verlag, 40 Seiten, 14,99 Euro)

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