Videospiel mit Bärchen

baerchenspiel

Reizvolles Spiel mit Bärchen.

In der Eingangshalle der Bundeskunsthalle lockt ein bärenstarkes Videospiel: Auf den Bildschirmen verteilen sich bis zu zehn Bärchen auf zwei Warteschlangen, und auch mein Sohn steuert seinen Bären mal nach links und mal nach rechts, um dessen Wartezeit zu verkürzen.

Doch das interaktive Bildschirmspiel entpuppt sich als Fälschung: „Kinder, ich muss euch enttäuschen: Das ist kein Touchscreen“, sagt ein Mitarbeiter des Museums. „Da muss man nichts machen. Das geht von selber.“ Wie ein kleines Schild verrät, handelt es sich tatsächlich um eine Film-Installation: Das Werk „Stay in Queue“ von Ferdinand Lutz läuft auf sechs Bildschirmen in 100 Sekunden immer wieder gleich ab.

Das Bärchenspiel kommt so täuschend echt rüber, dass immer neue Kinder darauf reinfallen und auf die Bildschirme tatschen. Offensichtlich haben sie in schwedischen und anderen Möbelhäusern schon zu oft Touchscreen-Spiele gemacht.

Doch mein Junior hat seine Lektion gelernt: „Das ist ein Film“, weist er seinen Nebenspieler brüsk zurecht. Doch der versucht’s trotzdem noch mal und merkt erst an seinen nichts ändernden Fingern, dass die bürokratischen Warteschlangenbärchen sich von selbst bewegen.

Wir betrachten all die hübschen kleinen Kinderhändeflecken auf den Bildschirmen und vermuten, dass die Bundeskunsthalle zurzeit einen eher erhöhten Glasreinigerverbrauch hat.

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