Wasser mit Zitsch

Warum eigentlich immer die schweren Wasser-Kästen schleppen und nicht das gute Kranenbonner aus dem Hahn nehmen und mit Kohlensäure versetzen? Dachten wir uns und kauften einen Wasser-Aufsprudler mit schicken Glasflaschen im großen Warenmarkt der Stadt.

Endlich hatten wir unsere „Zitsche“. Doch das Gerät sprudelte nicht lange zuverlässig. Schon wenige Wochen später entwich immer wieder Kohlensäure, wo sie doch in die Flaschen hineingehen sollte. Also: reklamieren, einsenden, abwarten, Kästen schleppen.

Als die Zitsche wieder da war, dauerte es nicht lange, bis einmal der Aufsprudelstift unverrückbar zwischen Flaschenhals und Geräte-Innenwand stecken blieb. Und wieder hieß es: zurückbringen, einsenden, abwarten, Kästen schleppen.

Vor kurzem nun bemächtigten sich kleine Kinderhände der armen Zitsche und drehten und zogen – und plötzlich klemmte alles. Wie gut, dass das Gerät noch keine zwei Jahre alt war. Aber uns blieb erneut keine andere Wahl, also: einsenden, abwarten, Kästen schleppen.

Als wir die Zitsche zum dritten Mal abholten, meinte der Mann an der Reklamation nüchtern: „Das wurde wieder behoben.“ Dem Gerät lag allerdings eine Bedienungsanleitung zum Öffnen nach dem Sprudeln bei. Worauf wir uns fragten: Sind wir nun eigentlich zu doof – oder doch eher das Gerät?

Durch das Labyrinth

Nach dem Sturzregen betreten wir mit kühlem Kopf das Labyrinth in der Rheinaue. Mit der Familienkarte geht’s hinein, doch dann ist plötzlich jeder auf sich alleine gestellt. Nur der Vierjährige begleitet den langsamen Papa.

Zum Turm in der Mitte müssen wir gehen, doch hier verläuft kein roter Ariadne-Faden, der uns ins Herz des Labyrinths führt. Links oder rechts? So lautet die ewige Frage, und eine Antwort ist immer falsch. Schon stehen wir wieder vor einer gelben Wand. Umdrehen und neu versuchen, heißt die Devise.

Das Labyrinth ist voller Sackgassen, die der irrende Sohnemann liebevoll umtauft: „Schon wieder eine Sparkasse!“ Langsam werden wir ein wenig ungeduldig, denn andere Familien haben den Weg zum Ziel schon gefunden und belehren uns von oben, dass wir gerade „gaaanz fahalsch“ laufen. Was die Sache nicht einfacher macht.

Der Irrende hat wieder zwei Möglichkeiten: Sich ärgern oder mit einem Lächeln weitersuchen. Die gute Laune stört den Filius: „Papa, das ist nicht lustig!“ Doch dann, endlich, nach vielen Irrwegen führt der Königsweg auf den Turm und bietet eine Aussicht, die für vieles entschädigt. Wir lernen daraus: Irren ist menschlich. Und: Mit ein wenig Geduld kommen auch die Langsamen ans Ziel.

Verloren im Urlaub

Playmobilland

Playmobil-Piratenschiff zum sich Verlieren.

Zu den größten Sorgen von Eltern gehört, dass eines der lieben Kleinen im Urlaub verloren geht. Deshalb wachen die Großen bei Ausflügen mit Adleraugen über ihrer Brut, gerade wenn sie noch kleiner sind. Der  Schwierigkeitsgrad steigt mit der Zahl von Menschen, durch die sich die Familie bewegt.

Zum Beispiel in einem völlig überfüllten Vergnügungspark eines bekannten fränkischen Spielzeugherstellers. Dort können Kinder zwar ein Namensbändchen bekommen, auf dem Name und Handynummer der Eltern notiert werden, damit der ehrliche Finder das Kind zurückbringt. Doch viele verzichten auf die Nummer am Arm, oder die Kinder verlieren ihre Bändchen – um dann selbst verloren zu gehen.

So werden in schöner Regelmäßigkeit kleine Kinder ausgerufen und beschrieben, die am Piratenschiff, an der Ritterburg oder an der Riesenrutsche verschwunden sind. Wer den dreijährigen Finn oder die kleine Jule findet, möge sie zur Information oder zum Ausgang begleiten…

Weil an diesem Tag so viele Pänz verschwinden und wieder auftauchen, meint unser Vierjähriger betrübt: „Papa, ich möchte nicht verloren gegangen sein.“ Und am Ende eines langen Tages mit viel Lauferei fügt er einigermaßen erschöpft hinzu: „Zu Hause muss ich mich erst mal vom Urlaub ausruhen.“