Auf dem Campingplatz

kochtopfspiegel

Der Native Camper im Spiegel des Kochtopfes über dem Gaskocher.

Selten wird die Unterschiedlichkeit von Konzepten so deutlich wie in der auf das Nötigste reduzierten Lebenswelt eines Campingplatzes. Das beginnt mit der Auswahl der Behausung. Das Wohnmobil vereint Fahren, Leben und Schlafen unter einem Dach, während der Campingwagen und der Zeltanhänger die Mobilität vom Wohnen entkoppeln.
Ganz naturverbunden sind die Zelter, die dafür aber auch den meisten Kleinsttierbesuch bekommen und bei Windstärke zehn und Starkregen schon mal Stunden lang auf den ersten Kaffee warten müssen, weil der Gaskocher eben nicht sturmtauglich ist.
Die Unterschiedlichkeit zeigt sich des Weiteren in der Ausstattung. Die Geister scheiden sich an Fragen nach der Möblierung, dem Kochen und dem Wäschetrocknen ebenso in Fragen der technischen Versorgung: ob mit oder ohne Strom und ob mit oder ohne Kühlung. Während die Einen spartanisch im Zeltlager hausen, sind die Anderen ständig über Camping-W-Lan im Netz, beschäftigen die Kleinen mit Tablets oder steuern ihre Kamera-Drohne über den Platz, um Erinnerungsfotos zu machen.
Weitere Unterscheidungen finden sich zwischen Abend- und Morgenduscher, Flipflop-, Crocs- oder Badelatschen-Träger, Alles-dabei-Haber oder Im-Notfall-Bastler. Doch alle eint, dass sie ihren Alltag in irgendeiner Form ritualisieren und dabei die Grundregeln beachten: Regelmäßiges freundliches Grüßen in verschiedenen Sprachen und das Hinterlassen der Gemeinschaftseinrichtungen in eben jenem Zustand, in dem man sie vorfinden möchte.

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