Die Kunst der Abwandlung

Kinder sind ja wahre Meister der Zweckentfremdung, sonst würden sie ja zum Beispiel niemals darauf kommen, ihre Fußballschuhe mit der Nagelbürste zu putzen.
Genauso gut klappt das mit Wörtern, die man als Erwachsener vielleicht nicht richtig ausgesprochen hat beim letzten Gebrauch. So berichtet die Tochter aufgeregt, ihr jüngerer Bruder sei in der vergangenen Nacht wieder mal schlafgewandert. Woraufhin sich der jüngere Brüder komischerweise für einen Glückspelz hält. Wenn er schimpfen möchte, ohne jemanden zu verletzen, sagt er manchmal auch Dinge wie „Du Hornwiesel“, was immer das für ein Wesen sein mag.
Wenn der Zockersohn den Vater ruck, zuck im „Mensch ärgere dich nicht“ abzieht, spricht er von einem Durchzug, nicht Durchmarsch. Und wenn ein Rocksänger beim Konzert ins Publikum springt und sich tragen lässt, dann ist er natürlich ein Bühnentaucher.
Wortabwandlungen werden mittlerweile auch zu taktischen Zwecken eingesetzt. So fragte die Tochter kürzlich: „Können wir heute Nacht bei dir schlafen?“, worauf ich völlig entgeistert antwortete: „Nein, da schläft meine Ehefrau.“ Worauf wiederum die Tochter keck entgegnete: „Ich bin aber doch dein Ehekind.“ – Sowas hätte ich mir ja auch denken können, ich Hornwiesel!

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