Haus mit Tieren

Am-Haustier

Eindeutig ein Am-Haustier.

Ich wollte als Kind auch immer einen Hund, habe aber nie einen bekommen. Meine Eltern trauten mir einfach nicht zu, dass ich mich um ihn kümmere, ständig mit ihm gehe und so weiter. Auch unsere lieben Kleinen werden vorerst keinen Hund und auch keine Katze bekommen, weil das so im Mietvertrag steht: Haustiere nicht erlaubt.
Wobei der Begriff Haustier nach den Erfahrungen dieses warmen Sommers natürlich völlig unzureichend ist, um die ganze Bandbreite der tierischen Phänomene abzudecken. Man sollte besser unterscheiden zwischen Im-Haustieren und Am-Haustieren.
Klassische Haustiere sind nicht erlaubt, aber selbstbestimmt eindringende Kleinsthaustiere schon – von der ewigen Fruchtfliege bis zur Mücke, die uns einen Sommer lang das Blut aussagte und jetzt eines Morgens tot auf der Fensterbank lag. Silberfische sind hübsch, aber leider stinklangweilig. Und natürlich bekommt jede Stubenfliege bei uns ihren eigenen Vornamen.
Spinnen werden wie viele andere Insekten mit dem Plastikbecher eingefangen und hinausgeworfen, was sie dann automatisch wieder zu Am-Haustieren macht. Zu dieser Gattung gehören auch die Amseln und Tauben der Nachbarschaft sowie die schwarze Katze, die nachts unvermittelt auftaucht.
Egal ob im oder am Haus: Wichtig, dass die Kleinen eine Einstellung entwickeln, die Albert Schweitzer „Ehrfurcht vor dem Leben“ nannte. Und deswegen piddeln wir jetzt die Kürbiskerne von unseren Brötchen und gehen damit das Balkonmäuschen füttern.

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